Remix-Workshop mit Textor von Kinderzimmer Productions von 31.1 - 4.2 2011

31. Januar 2011 (All day) - 4. Februar 2011 (All day)

Remixed werden Tracks von DEICHKIND, MRC, KAMMERFLIMMER KOLLEKTIEF, HEAVEN AND und YOAV.

 

KINDERZIMMER PRODUCTIONS. Die Chronik.
Feat.: Henrik von Holtum aka Textor (MC), Sascha Klammt aka Quasi Modo (DJ).

 

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Haben ihre Wurzeln in den späten 80ern: Der 13-jährige Henrik von Holtum und der 14-jährige Sascha Klammt probierten im gutbürgerlichen Kinderzimmer aus, was bislang ein New York City-Ding war: Rappen und Cutten – kann doch so schwer nicht sein!
Fanden schnell heraus, dass HipHop heißt: Mach dein Ding, nicht das von anderen. Fortan rappte Textor auf Deutsch, zum Beispiel über öde Abende in Neu-Ulmer Kneipen oder Mamas Fiat Uno. Und gemeinsam mit Quasi Modo sampelte er alles, was bei drei nicht auf den Bäumen war – ob Märchenplatten oder Gameshowjingles.
Hießen zunächst “Die 3 Rüben”: 1990 traten sie mit Schlagzeuger Klaus Schlaier als dritter Rübe ins Rampenlicht. Als Erbe hinterließen sie das Tape „Tanzmusik für die reifere Jugend“.
Verwandelten sich 1993 in das Duo „Kinderzimmer Productions“. “Productions” übrigens als respektvoll-ironische Reminiszenz an die „Boogie Down Productions“. Denn wie weit kann man noch von der „Boogie Down Bronx“, der Wiege des HipHop, weg sein, als in einem deutschen Kinderzimmer?
Verstärkten sich auch als Kinderzimmer Productions live mit einem Schlagzeuger: Jürgen Schlachter, aka „Das Tier” war bis zum letzten Konzert ihr kongenialer Partner.
Veröffentlichten schon 1994 auf eigenem Label ihr erstes Album, das in späteren Auflagen „Die Erste“ genannt werden sollte. Darauf legendäre Songs wie „Back“ und „Twoinone“. Textor nahm den Mund ziemlich voll mit genretypischer Großspurigkeit, Quasi Modo bastelte einen vielschichtigen Kinderzimmer-Sound, der mit der Zeit immer konsequenter und autarker werden sollte.
Beschworen mit dem “Golden Brown”-Sample in “Back” den Zorn der Musikindustrie herauf: Die Plattenfirma der Stranglers bestand auf der Entfernung des Samples. Die Folgen: In der neuen Auflage der LP erschien „Back“ als Remix – und Kinderzimmer Productions wurden dank der kostenlosen PR bundesweit bekannt.
Waren 1996 mit dem zweiten Album unterwegs „Im Auftrag ewiger Jugend und Glückseligkeit“: Eine rumpelige Antithese zum cleanen Pop-HipHop der deutschen Kollegen – wild, ungezogen und selbstbewusst und in sich völlig schlüssig. Auch für die Hörer: Das Album verkaufte sich ganz ohne Werbung und Airplay über 10.000 Mal.
Studierten außerdem noch: Textor lernte klassischen Kontrabass an der Stuttgarter Musikhochschule, Quasi Modo war auf dem besten Wege, Ingenieur der Nachrichtentechnik zu werden.
Ließen sich 1998 auf eine Affäre mit den Majors ein: Epic/Sony schloss nach zähen Verhandlungen mit der Band einen Produzenten-Vertrag – und das hieß: Volle künstlerische Kontrolle für Kinderzimmer Productions.
Schnupperten 1999 mit der 3. Platte „Die hohe Kunst der tiefen Schläge“ am Popstar-Milieu. Die Single „Doobie“ wurde durch die Medien von MTV bis zu „Spex“ und „Zeit“ gereicht, das Album bekam enthusiastische Rezensionen und Kinderzimmer Productions spielten auf großen Open-Airs.
Gingen 2002 mit dem Experiment “Major-Label” in die Verlängerung: Das vierte Album "Wir sind da wo oben ist" erschien bei Virgin Records. Mit Album Nummer 4 erlaubten sich Textor und Quasi Modo alles von derbstem Brett bis luftiger Eleganz; erschufen die Alter Egos Tek Beton und Switcheroony als Gastrapper und spielten bodenlos tiefgründig mit HipHop und dem Rest der Musikgeschichte.
Beendeten 2003 in aller Freundschaft ihre kriselnde Beziehung zu den Majors und brachten 2004 das 5. Album „Irgendjemand muss doch“ wieder in Eigenregie heraus.
Erhielten nebenbei das Prädikat “Offizielles deutsches Kulturgut”: Im Auftrag des Goethe-Instituts spielte Kinderzimmer Productions in Usbekistan als Vertreter der deutschen Musik-Kultur. 2005 folgte die zweite Einladung, diesmal nach Tansania.
Kamen 2006 noch mehr in Bewegung – nicht nur künstlerisch: Textor zog nach Berlin. Zeitgleich veröffentlichte das Label “Kinderzimmer Recordings” das erste Album der Songwriterin Miss Kenichi.
Fanden 2007, dass die Zeit reif war für ein entschiedenes Statement: Im Juni erschien das 6. Album "Asphalt". Über die Entstehung des Titels sagte Textor: "Die HipHop-Landschaft hatte sich auf etwas zubewegt, wo wir nicht hin wollten. Dadurch haben wir uns gefragt, was uns bisher bewegt hat. Und wir fingen an, den Begriff “Asphalt” für Tracks zu benutzen, wie sie Run D.M.C. oder Gang Starr gemacht hatten: rau, hart, schön, analog, funky.”
Erfreuten sich mit “Asphalt” wieder am Lob der Fachpresse und Fans. Dennoch war nach der Tour im Herbst 2007 klar, dass eine Veränderung anstand.
Erklärten im Dezember 2007 das Ende von Kinderzimmer Productions. Zu den Gründen sagte Textor: “Das, womit HipHop gestartet war, ist heute praktisch nicht mehr da. Die HipHop-Kultur ist nicht mehr die unsere und macht daher für uns keinen Sinn mehr. Deshalb nehmen wir uns die Freiheit, auszusteigen.”
Gestalteten ihren Ausstieg aber nicht sang- und schon gar nicht klanglos: Der Abschied von 14 Jahren Kinderzimmer Productions verlangte nach einem würdigen Rahmen, einem rauschenden Fest, also nach einem großartigen Konzert. Ein glückliches Geschick ermöglichte das: Textor und Quasi Modo durften im Rahmen der Veranstaltungsreihe “Pop-Abo” im Konzerthaus Dortmund ein Unplugged-Konzert geben.
Standen am 26. April 2008 zusammen mit 4 Gastmusikern auf der Bühne des vollen Konzerthauses: Über 800 Fans waren nach Dortmund gekommen, um in wehmütiger Euphorie das Ende von Kinderzimmer Productions zu zelebrieren und den Anfang von etwas Neuem zu feiern.
Geben nun noch eine letzte Zugabe: Im Dezember 2009 erscheint das Dortmunder Unplugged-Konzert auf LP.

“Es ist Zeit für Neues Ungewohntes”

Diana Dehner

 

http://www.kinderzimmer-productions.de/

Mira Calix Workshop

25. Januar 2011 (All day) - 28. Januar 2011 (All day)

25 TeaTimeConcert

alliances and arenas
A workshop focusing and reflecting  on site specific sound, music creation and collaboration. Contemplating the predicaments of executing form and function with restrictive resources. Considering the possibilities of approach to spacial stimulation and how to express that space to a wider audience. What does it mean to truly collaborate? Discussing coalitions and the mechanics of working on multi-disciplinary commissions in specific response to spacial imperatives.

-> Deadline for applying is 18.1. 2011 (Email to fhalbig(at)hfg-karlsruhe.de)

 

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Mira Calix:

A promoter, DJ and formerly a publicist at Warp Records, Mira Calix was signed to her own Warp contract in 1996 to record abstract ambience that relies on a wide variety of sound sources, organic or otherwise. Born and raised in South Africa, she moved to London in 1991 and began working at the Ambient Soho store on Berwick St., while DJing and throwing parties with her flatmate, Solid Steel mixer Strictly Kev. She began working at Warp, and recorded a single ("Llanga," featuring a Gescom co-production credit) and an EP (Pin Skeeling) before making her full-length debut with 2000's One on One. The fruits of her first Peel Session appeared later that year, and second LP Skimskitta followed in early 2003. Calix has often teamed up with Andrea Parker and Mark Clifford (ex-Seefeel) for productions. ~ John Bush, All Music Guide

http://www.miracalix.org

http://www.miracalix.com

http://www.myspace.com/you_could_feel_the_sky

http://www.thecreatorsproject.com/creators/mira-calix