330
 
Veranstaltungstyp: Workshop
 
Danielle de Picciotto, Alexander Hacke, Dr. Paul Modler
 
Zeit: 30.5-5.6., ganztägig (10:00 - 18:00 Uhr)
Ort: Raum R311, großes Studio, Lichthöfe, ZKM

 

Wie können sich Musiker heutzutage trotz sinkender Plattenverkäufe, steigender Konkurrenz durch das Internet und der zusammenbrechenden Musikindustrie behaupten? Wie können Künstler trotz hoher Mieten, weniger Unterstützung und  einem Kunstmarkt, der sich durch aberwitzige Preise immer mehr zu einem reinen Investitionsmarkt verwandelt, überleben oder gar ideale Ziele verfolgen?
Danielle de Picciotto und Alexander Hacke beziehen sich in ihrem neuen Album „Perseverantia“ auf ihre ureigensten Erfahrungen als Musiker und Künstler, die durch ihr über 30 Jähriges Schaffen, eigene Methoden gefunden haben diesen schwierigen Vorzeichen die Stirn zu bieten.
Abgesehen von Ihren respektiven Arbeiten – er als Filmkomponist und Bassist der Einstürzenden Neubauten, sie als Filmemacherin, Künstlerin und Musikerin u.a bei Crime & The City Solution, arbeiten sie seit 2001 als Duo und entwerfen in regelmäßigen Abständen interdisziplinäre Projekt mit neuen Kombinationen von visuellen, musikalischen und performativen Formaten.
Bei Ihrem neuen Album „Perseverantia“ (Erscheinungstermin 6. Mai 2016) geht es ihnen um die Ausdauer die benötigt wird als selbstständige Künstler heutzutage zu überleben. Seit 2010 reisen sie als Nomaden durch die Welt und erproben neue Arbeits- und Lebensformate. Ihre Erkenntnisse sind auf dem Album zu hören und diese möchten sie während des Workshops „Gegen den Strom“ vorstellen und in praktischen, künstlerischen Schritten an Videos und Remixes Ihres Hauptstückes „Perseverantia“ weiter erarbeiten. Die Teilnehmer des Workshopseminars sammeln in der Erstellung eigener Beiträge Erkenntnisse und entwickeln so die individuelle Sicht auf eine moderne, zeitgemäße Auseinandersetzung mit dem Thema. In der Abschlussveranstaltung werden, integriert in ein Konzert des Künstlerpaares, die Ergebnisse ihrer Arbeit vorgestellt.

 

Montag:
11:30 – 13:00 Uhr
Begrüßung und Vorstellungsvortrag von Alexander Hacke & Danielle de Picciotto
über die Arbeiten und Projekte, die sie unabhängig voneinander seit den Achtzigern initiieren, wie seinefrühen Jahre als Alexander von Borsig mit Krach-Performances, Bandschlaufen von Kassette und denAnfängen von Einstürzende Neubauten,
sowie diversen Kollaborationen im Rahmen von Musikproduktion, Theater und Film.
Danielle de Picciotto wird sowohl über Ihre Entwicklung in der Berliner Clubkunst mit Super-8 Projektionen, Events und Ausstellungen berichten, als auch über Installationen,die Entstehung der Love Parade und die künstlerische Leitung von Videoproduktionen in Zusammenarbeit mit dem Goethe Institut und Auswärtigen Amt.
 
14: 00 – 16:00 Uhr
Im zweiten Teil geht es um ausgewählte Filmmusiken und Musik/Kunstvideos die das Künstlerpaar in den letzten 5 Jahren erstellt hat.
Sie werden einige der Filme vorspielen und in konkreten Beispielen erklären worum es ihnen bei den jeweiligen Aufträgen oder Projekten künstlerisch und technisch ankam.
 
16:30 – 18:00 Uhr
Im letzten Teil der Einführung sprechen Danielle & Alexander über Ihre interdisziplinären Arbeiten und ihreBeweggründen seit nunmehr 15 Jahren gemeinsam audio-visuelle Projekte zu initiieren die in Genre-übergreifenden Aufführungen Inhalte abseits des kulturellen Mainstreamsbehandeln.
 
Im Anschluss an die jeweiligen drei Blöcke ihrer Präsentation werden die beiden zu Fragen Rede und Antwort stehen.
 
Dienstag:
10:00 – 13:00 Uhr
Vorstellung des Projektes PERSEVERANTIA und Gespräch über das Nomadenleben des Künstlerpaars, die sozialen und künstlerischen Gründe, die sie 2010 dazu bewogen Hab und Gut in Berlin aufzugeben und diesen drastischen Schritt zu gehen.
Die Studierenden werden sich im Rahmen dieses Workshops in kleinen Gruppen zusammenfinden und in Form von musikalischen Bearbeitungen und multimedialenGestaltungen auf das Thema "modernes Nomadentum" eingehen.
Als Arbeitsmaterial stellt ihnen Alexander Hacke Elemente vom Titelstück des Albums PERSEVERANTIA aufgelöst in einzelne Spuren sogenannte „Stems“ zur Verfügung, die dann mit seiner Hilfe von ihnen verfremdet, bearbeitet, umstrukturiert und als Ausgangsbasis eigener Kreationengenutzt werden können.
Zu diesen neuen Musiken sollen zeitgleich unter Anleitung von Danielle de Picciotto visuelle Interpretationen erstelltwerden, die in Korrespondenz dazu am Sonntag zurPräsentation gelangen.
 
13:00 – 15:00 Uhr
In der Pause sollten sich die Gruppen konfigurieren und entscheiden was sie machen möchten.
 
15:00 – 18:00 Uhr
In Gesprächen mit den Arbeitsgruppen werden Danielle & Alexander die Entwicklung ihrer Ideen unterstützen und erörtern wie sie durchgeführt werden können.
 
Mittwoch:
10:00 – 18:00 Uhr
Arbeit an der Herstellung der Projekte.
 
Donnerstag:
10:00 – 18:00 Uhr
Arbeit an der Herstellung der Projekte.
 
Freitag:
10:00 – 18:00 Uhr
Arbeit an der Herstellung der Projekte und deren Fertigstellung in Form von Ausspielung/Mastern.
 
Samstag:
12:00 – 16:00 Uhr
Arbeit an der Herstellung der Projekte und deren Fertigstellung in Form von Ausspielung/Mastern.
Besprechung & Vorbereitung der Aufführung am Sonntag
 
Sonntag:
(Zeiten tba.)
Soundcheck und Video-Einrichtung
Aufführung  (Dauer min. 90 Minuten)

 

Foto Credit: ©    TINA  WINKHAUS