ERRANT VOICES
Sound-Art Workshops mit abschliessender Präsentation im Errant Bodies Space Berlin

 

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Veranstaltungstyp: 
Workshop
Lehrbeauftragte(r): 
Errant Bodies
Fach: 
Medienkunst - Digitale Medien-Info Art
Zeit: 
14-täglich; Di 15-20 Uhr; Mi 10-20 Uhr; Do 10-14 Uhr; Beginn: 21. April 2015

Ort: 315


Die "Errant Voices" Workshops sind Teil der diesjährigen "Voice Observatory" - Reihe, einem Programm von Ausstellungen, Performances, Vorträgen und Präsentationen im Errant Bodies Space Berlin. Ziel ist die Erkundung, Erfahrung und Reflexion der Stimme im künstlerischen Kontext, als Kommunikationsorgan, als non-verbaler Ausdruck, als Instrument oder als kollektiver Raum für politische Aktionen.

In Form von sechs Workshops werden Mitglieder von Errant Bodies einen Überblick der zeitgenössischen Klangkunst entwickeln. Themen wie Noise/Geräusch, die Politik des Hörens, Stimme und Klang, Übersetzbarkeit von sinnlichen Wahrnehmungen durch Bild und Ton, kontextspezifisches Arbeiten, Klang im öffentlichen Raum und räumlicher Klang werden behandelt. Neben individuellen Vorgehens- und Ausdrucksweisen werden auch Übungen in der Gruppe sowie individuelle Betreuung angeboten.
Die Workshops münden in eine von den Teilnehme*innen realisierte Präsentation/Ausstellung im „Errant Bodies Space“ in Berlin, wo individuelle Projekte im Austausch fertig entwickelt, besprochen und gezeigt werden.


Workshop 1: 21.-23.04.
Antje Vowinckel und Serge Baghdassarians

Versprechen verorten
Die Stimme als ein schier unerschöpfliches Versprechen, welches sich der operativen
Funktion der Sprache entzieht - als Einführung in das Thema möchten wir gemeinsam
mit den Studierenden Begriffe aus der Sprachwissenschaft und Semiotik erörtern und mit Grafiken und Klangbeispielen ergänzen. Darüber hinaus gibt es praktische Übungen
mit Spracherkennungs- und Verarbeitungsprogrammen wie text-to-speech sowie die
Möglichkeit,  eine Stimmenperformance für das große Schaufenster der Errant Bodies
Galerie (Präsentation im Juli) vorzubereiten.


Workshop 2: 05.-07.05.
Ines Lechleitner und Brandon LaBelle

Noise, Animal Voices and other Misunderstandings
Wie hören, verorten und lesen wir Stimmen, die wir nicht verstehen ? Wie zeichnen wir sie auf ? Wann verwandelt sich Lärm in Aussage und was kann ein bestimmtes Geräusch bedeuten ? Im Zentrum dieses Workshops stehen Interspezies Kommunikation und die Auslotung der Grenze zwischen Lärm/ Geräusch und dessen Bedeutung. Verschiedene Methoden der Aneignung, Nachahmung und des Playback-Experimentes werden hinterfragt und angewandt.


Workshop 3: 19.-21.05.
Georg Klein und Mario Asef

The Voice and the City I : Do you hear me?
Anhand künstlerischer Arbeiten im öffentlichen Raum wird die Stimme und ihr Auftauchen in alltäglichen Situationen beleuchtet. Fragen der Wahrnehmung im urbanen Kontext, der Zeitdramaturgie wie auch des praktischen Einsatzes werden besprochen, Konzepte zu eigenen Arbeiten entwickelt und erste Materialien (Field Recordings im Aussenraum) generiert sowie die Ergebnisse diskutiert, die im zweiten Teil weitergeführt werden können.


Workshop 4: 02.-04.06.
Georg Klein und Ernesto Estrella

The Voice and the City II :  To think the voice
Aufbauend auf den ersten Teil rückt die Stimme selbst ins Zentrum. Es werden praktische Erfahrungen im Gebrauch der Stimme und der Weiterverarbeitung des Sprachklangs vermittelt und diskutiert, sowohl installativ als auch performativ. Eigene Stimmaufnahmen wie auch Interviews sind als Material möglich und können zur Ausarbeitung der im ersten Teil entwickelten Konzeptionen dienen, aber auch zu eigenständigen Arbeiten führen.


Workshop 5: 16.-18.06.
Serge Baghdassarians und Gilles Aubry

Politische Stimmen
Im Zentrum dieses Workshops sollen Text- als auch Tondokumente stehen, welche durch unterschiedlichste Handlungsformen wie Rezitation, Übersetzung, Reenactment transformiert und somit reaktiviert werden. Die TeilnehmerInnen sind hierzu herzlich eingeladen, ihre Stimme abzugeben, also Texte und/oder Aufnahmen als Ausgangsmaterial mitzubringen, seien sie nun historisch oder aktuell, in Form einer Rede, eines Artikels, Interviews, Gedichts, Manifests oder Pamphlets. Politisch bedeutsam mögen sie sein, gern auch problematisch, kontrovers.


Berlin Woche: 06.-10.07. im Errant Bodies Space Berlin (Prenzlauer Berg)

Workshop 6 : 06.-07.07.
Ines Lechleitner und Gilles Aubry

Tast Ding Ton
Wir beschreiben den Weg vom Ding über die Prosa-Dichtung am Beispiel von Francis Ponge und anderen Texten zurück zur taktile Erfahrung eines Objektes und dessen mögliche oder unmögliche Spiegelung in Ton-Aufnahmen. Übersetzungsschritte von sinnlicher Wahrnehmung zu audio-visuellen Übertragungen und daraus resultierenden Kompositionen als Ton-Objekte im Raum stehen im Zentrum dieses Workshops.

08.07-10.07 : Vorbereitung der Ausstellung
Antje Vowinckel, Brandon LaBelle, Kirsten Reese mit Studenten der UDK Sound Studies, Berlin und Gäste


Präsentation / Performances / Ausstellung Berlin: 10. Juli 2015, 14h - 22h


Errant Bodies ist ein Berliner Netzwerk internationaler Klangkünstler/innen, die mit den unterschiedlichsten Formen der Klangkunst arbeiten.
Die derzeit 13 Mitglieder kommen aus den Bereichen Klangkomposition, Installation, Medienkunst, Radiokunst, Performance und arbeiten auch in den Bereichen Architektur, Fotografie, Video, Regie und Philosophie.
Informationen zum Projektraum und den einzelnen Dozenten/innen finden sich unter der Website: errantbodies.org/soundartspace.html